Khuushuur [Хуушуур] – mongolische Teigtaschen

Beim Internationalen Kochen mit Flüchtlingen sind auch zwei mongolische Familien dabei. Direkt zu Anfang des Projektes habe ich mich also informiert, was die mongolische Küche denn so hergibt. Beim Nachfragen auf Twitter kamen wir nur zu dem Schluss, dass es wohl nicht möglich ist, ein Yak zu erlegen. Bei den Recherchen bin ich aber auch auf diese Seite gestoßen, von der es sogar eine deutsche und eine englische Version gibt. Nun war ich aber nicht sicher, ob wir diese Rezepte im Kurs nachkochen können. Ein Dämpftopf und eine offene Feuerstelle sind jedenfalls in der Räumlichkeiten nicht vorhanden. Derweil kochten wir erstmal italienisch, spanisch, türkisch und indisch… während wir bei einer mongolischen Familie nach Rezepten fragten. Das Witzige ist, dass sie uns genau auf die oben genannte Seite verwiesen! Sie muss also doch einigermaßen authentisch sein. Nun denn, probieren wir es also aus!

Zutaten

  • 250 g Mehl
  • 150 ml Wasser
  • 300 g Hackfleisch
  • 1  Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • Salz
  • Pfeffer
  • Kümmel
  • Öl zum Frittieren

Zubereitung

  1. Die Zwiebel und den Koblauch fein hacken.
  2. Beides mit dem Hackfleisch vermischen, dabei ggf. etwas Wasser zugeben, bis eine geschmeidige Mischung entsteht.
  3. Kräftig mit Salz, Pfeffer und Kümmel würzen (der Nudelteig wird nicht gesalzen).
  4. Für den Teig Mehl uns Wasser in einer Schüssel vermengen und zu einem festen Teig verarbeiten. Etwa 15 Minuten abgedeckt stehen lassen.
  5. Den Teig in etwa 2 cm dicke Streifen schneiden und diese rollen.
  6. Die Rollen in ca. 3 cm lange Stücke schneiden und diese dann jeweils flachdrücken.
  7. Nun kommt die Kunst, die Teigtaschen zu formen und zu füllen: die kleinen Teigstücke zu kleinen Fladen mit einem Durchmesser von etwa 7 cm ausrollen. Einen Teelöffel der Hackfleischmischung hineinsetzen und die Teigtaschen dann verschließen. Immer nur so viel Teig ausrollen, wie auch verarbeitet werden kann, den restlichen Teig abgedeckt lassen (er wird sonst zu trocken und es gibt Schwierigkeiten beim Schließen). Hierbei falten die Mongolen den Rand von einem Ende zum anderen so zu, dass zum Schluss durch das letzte Löchlein die restliche Luft entweicht und keine mehr in der Teigtasche verbleibt – sonst könnte sie beim Frittieren „explodieren“.)
  8. Eine große Pfanne mit reichlich Öl füllen und die Teigtaschen darin knusprig braun braten bzw. frittieren.
  9. Einen Topf mit Küchenpapier auslegen und die gebratenen Teigtaschen darin bei geschlossenem Deckel zwischenlagern, bis sie serviert werden.

Aus dem geschmeidig gekneteten Teig eine Teigkugel formen

Unter der grünen Schüssel ist die Teigkugel versteckt. Teig, der gerade nicht verarbeitet wird, sollte abgedeckt bleiben.

Die aus dem Teig gerollten Streifen werden in Stücke geschnitten.

Die Kunst, die Teigtaschen zu verschließen.

So sehen sie aus, wenn das jemand macht, der Übung darin hat.

Mein erster Versuch. 😉 Aber Übung macht den Meister – ich wurde immer besser!

Die Teigtaschen werden in der Pfanne knusprig gebraten.

Info

Dazu gibt es nicht, wie man das in Deutschland kennt, eine Gemüsebeilage. Da aber auch eine vegetarisch lebende Familie dabei war, hatten wir ruckzuck aus ein paar Möhren noch einen Rohkostsalat geraspelt, der von der mongolischen Familie mit einem Dressing aus Mayonnaise angerichtet wurde. Die thailändische Familie zauberte sich dann noch schnell aus dünnem Yufkateig vegetarisch Teigtaschen zu, so dass alle satt wurden. Zu den Teigtaschen wurde tatsächlich Ketchup gegessen. 🙂

Tipp

Aus dem Teig, der von den Teigtaschen ggf. übrig bleibt,  werden eine Art Pfannkuchen in der Pfanne ausgebacken. Diese nennt man dann Gambir – Гамбир.
Dazu wurde der Teig nochmal mit Zucker verknetet und dann zu einem runden Fladen geformt. Wichtig: Ein Loch in der Mitte sorgt dafür, dass Luft entweichen kann und der Fladen gleichmäßig backt! Der süße Fladen eignet sich wunderbar als Dessert und wir haben ihn zu Joghurt mit Heidelbeeren gegessen.

Von beiden Seiten goldbraun braten. Das Loch in der Mitte nicht vergessen!

Die süßen Fladen waren natürlich bei den Kindern besonders beliebt.

In der mongolischen Küche gibt es wenig Gemüse. Der Anbau in den Steppen ist schwierig und die Nomaden ziehen durch das Land, so dass dies nicht möglich wäre. Kaufen kann man es höchstens in den größeren Städten. Dafür werden z.B. Beeren gesammelt. Daher hatte ich hier auch Heidelbeeren ausgewählt.

Die sehr fettige, fleischlastige Ernährungsweise ist den Lebensumständen geschuldet – harte körperliche Arbeit, kalte Winter, viel draußen unterwegs sein – da benötigt der Körper eine Menge an Energie. Die klassischen Zivilisationskrankheiten kommen in den Nomadenvölkern praktisch nicht vor – in den Städten, wo es viel industriell hergestelltes Essen gibt, kommen so langsam die gleichen Ernährungsprobleme zum Vorschein wie bei uns. [Quelle: http://www.mongolfood.info/de/wissen/faq.html]

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