Ausprobiert: cold brew coffee

cold brew coffeeWie ich ja gestern abend bei Facebook schon angekündigt habe, habe ich über Nacht kalten Kaffee gebrüht. Wie jetzt, kalten Kaffee? Warum das denn?

Ich bin im Espresso-Blog darauf gestoßen und fand die Idee direkt so interessant, dass ich sie selbst mal ausprobieren wollte. Kalt aufgegossener Kaffee soll weniger Säuren und Bitterstoffe enthalten, dafür aber deutlich mehr Aromen, als heiß gebrühter Kaffee derselben Sorte. Allein die Idee, dass das möglich sein sollte, reichte aber schon, meine Experiementierfreude zu wecken!

Wie das aber so ist, wenn man sonntagsabends auf die Idee kommt, mal eben schnell was ausprobieren zu wollen… erst fand ich kein Kaffeepulver. Ich bin unter der Woche die einzige, die hier regelmäßig Kaffee trinkt und dann immer mit einer Padmaschine. Für so geringe Mengen werfe ich die normale Kaffeemaschine nicht an; sie ist im Abstellraum ganz hinten ins Regal verbannt worden und wird meist nur herausgeholt, wenn Besuch ansteht. Ich fand dann aber doch noch eine Dose mit Kaffee und fragte mich, von wann der wohl sein mag… er duftete jedenfalls nicht mehr schön nach frisch gemahlenem Kaffee. Aber egal, ich habe den Versuch trotzdem gestartet.

  • 100 g Kaffeepulver mit
  • 500 ml Wasser aufgegossen,
  • umgerührt und bei Zimmertemperatur stehen lassen. Das Ganze soll etwa 12 Stunden ziehen, also passte das ziemlich gut über Nacht.

Später habe ich den Sud nochmal umgerührt, da roch er schon ziemlich gut und angenehm nach Kaffee.

 

KaffeesudHeute morgen habe ich erstmal einen ganz „normalen“ Kaffee aus der Padmaschine getrunken, da es morgens ja meist schnell gehen muss. Das war auch so einer meiner Gedanken bei der ganzen Geschichte. Mir wird der Kaffee eh meist kalt – dann kann ich ihn ja auch direkt kalt zubereiten! 😉

Kaffee filternSpäter am Vormittag, mit etwas mehr Ruhe, weil zumindest ein Kind im Kindergarten war, wollte ich dann das Filtern angehen – nächste Panne: Keine Kaffeefilter im Haus.

Was für ein schlecht vorbereiteter Versuch! Ich hatte aber noch Teefilter da, das war zwar ein bisschen fummelig, hat aber auch funktioniert. Also habe ich die ganze Brühe nochmal gut durchgerührt und dann filtriert.

Was unten herauslief, sah zumindest schon mal aus, wie schön dunkler, konzentrierter Kaffee. Das Konzentrat soll im Kühlschrank etwa 2 Wochen haltbar sein. Es wird jeweils zu 1/3 Kaffeekonzentrat mit 2/3 heißem Wasser aufgegossen.

Das habe ich dann auch gemacht. Wie üblich mit einem Stückchen Zucker und etwas Milch (ja, ich trinke meinen Kaffee immer süß und mit Milch).

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Und was soll ich sagen? Er war wirklich lecker! Er hätte ein bisschen heißer sein können, wenn ich nicht so lange fotografiert hätte..selber schuld. Aber ansonsten durchaus ein sehr aromatischer Kaffee. Er schmeckte tatsächlich nach weniger Bitter-und Gerbstoffen, dafür sogar ziemlich karamellig. Hmmmm…! Ich weiß jetzt nicht, ob ich das immer so machen würde, aber für Menschen, die einen empfindlichen Magen haben und Kaffee nicht so gut vertragen, auf jeden Fall eine Alternative! Für mich persönlich werde ich diese Art, Kaffee zu brauen, wohl verwenden, um mir einen Vorrat an fertigem, kalten Kaffee in den Kühlschrank zu stellen, den ich nachmittags mit einer Kugel Vanilleeis und kalter Milch flugs in Eiskaffee verwandeln kann! Morgens früh mit halbgeöffneten Augen und quengeligen hungrigen Kindern und dem Zeitdruck im Nacken bin ich vermutlich mit der Senseo immer noch schneller fertig und da kommt es meist weniger auf Geschmack und Genuss an, sondern eher auf die belebende Wirkung. 😉

Cold brew coffee ist also eher etwas für die Gelegenheiten, zu denen ich Zeit habe, den Kaffee zu genießen oder sogar zu zelebrieren. Da werde ich auch gern noch verschiedene Kaffeesorten zu verkosten.

Außerdem ist es bestimmt eine Möglichkeit, wenn man beim Campen oder Segeln den Gaskocher nicht zum Laufen kriegt. Man kann ihn ganz sicher auch mit einer French Press-Kanne herstellen, dann entfällt das Filtern. Einfach abends in der Kanne aufgießen, Sieb oben lassen, dann morgens nochmal umrühren und pressen.

Habt ihr Lust, es auch mal auszuprobieren?

 

 

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2 Antworten auf Ausprobiert: cold brew coffee

  1. Alexander sagt:

    Heute selber ausprobiert mit dem Mahlgrad für eine French Press. Allerdings würde ich gerne wissen ob es noch eine Methode gibt wie man mehr Flüssigkeit aus dem Kaffee rausbekommt (nur 300ml von 500ml herausbekommen mit Sieb und Teefilter)?

    • Cornelia sagt:

      Hm, ehrlich gesagt habe ich das gar nicht nachgemessen. Da ich gerade eine neue Kaffeemaschine geschenkt bekommen habe, mache ich das auch gerade wohl nicht so bald wieder. Auf jeden Fall aber wieder im Sommer – und dann mit Milch aufgegossen als Eiskaffee. Werde beim nächsten Mal auf die Mengen achten!

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